Die Städte und der Wunsch 5

Unter diesen Männern, die in ihrem Traum eine Frau verfolgten und dazu eine neue Stadt namens Zobeide bauten, sah sie niemand, weder im Traum noch in der Realität, jemals wieder. Sie ist dort völlig abwesend und sogar geisterhaft […].

[…] In diesem Sinne sehen wir die im Traum aufgetauchte Frau
nicht nur als Projektion, Wunsch eben dieser Männern an,
sondern auch als die immaterielle Seite der Architektur, die
jedem Bauwerk immanent ist und bisher durch Bauten in der
Geschichte transferiert wird. Durch die Existenz von Zobeide
entfalten sich Wünsche und Vorstellungen der Männern, die sie
entwarfen, in den Straßen und die Stadtstruktur entwickelt sich
dadurch weiter […].

[…] Die Männer in Zobeide stehen auf ihrer Straße in der Hoffnung, die traumhafte Frau zu fangen. Das Fangen geschieht hierbei nicht als Akt des Erfassens, sondern als Akt der Kontrolle oder des Einfangens. […]

Hobin Im, Jiacheng Ren & Fidane Sllamniku